| Ranger in Deutschland?
Es gibt sie, allerdings heißen sie offiziell Naturwacht, Naturschutzwacht oder Nationalparkwacht. Eine kleine Berufsgruppe von derzeit etwa 550 Frauen und Männern kümmert sich hauptamtlich um Naturschutz und Besucherbetreuung in deutschen Großschutzgebieten, Naturschutzbehörden und Biologischen Stationen. Ist das wirklich nötig? Ja, denn es hat sich gezeigt: Wertvolle Naturräume sind nach wenigen Jahren "kaputt geliebt", wenn sie nicht fachkundig erklärt, betreut und beschützt werden. Und was bedeutet fachkundig? Seit 1998 gibt es ein bundesweit anerkanntes Berufsbild: Geprüfte/r Natur- und Landschaftspfleger/in. Groß ist die Zahl derer, die sich für diesen Beruf interessieren und diesen Berufsabschluss erworben haben. Groß ist der Bedarf an ausgebildetem Fachpersonal deutschlandweit, klein dagegen die Anzahl der zur Verfügung stehenden Arbeitsplätze in Großschutzgebietsverwaltungen, Landschaftspflegeverbänden, Behörden und Ämtern oder in der privaten Wirtschaft. Und wie sieht es heute aus? In dieser Situation gründete eine kleine Gruppe im Oktober 1995 den Bundesverband Naturwacht e.V. (German Ranger Association). Seine Aufgaben sind vor allem die offizielle Vertretung der hauptamtlichen Schutzgebietsbetreuer Deutschlands in Fragen der Aus- und Fortbildung und die Schaffung einer Plattform für Mitglieder und Interessierte, auf deren Grundlage Informationsaustausch, Kontaktpflege und Fortbildung der KollegInnen stattfindet. Auch für die vielen ehrenamtlich aktiven Naturschützer ist der Bundesverband offen. Er ist der International Ranger Federation beigetreten und dadurch Teil einer weltumspannenden Organisation, die auf allen Kontinenten durch Mitgliedsorganisationen präsent ist. Ebenso ist er Mitglied bei Europarc Deutschland und Förderer der Umweltstiftung Euronatur.Ranger im Saarland
Eine der Hauptaufgaben der Naturwacht Saarland liegt darin, Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Führungen und anderen Veranstaltungen an die Natur heranzuführen, um so das Bewusstsein für die Natur zu stärken und damit den Naturschutz zu fördern. Denn nur was man kennt, kann man auch schützen. Eine weitere Aufgabe der Naturwacht ist im Bereich Besucherlenkung angesiedelt. Dort gibt es auch viele Berührungspunkte mit dem Tourismus, wobei die Ranger die Besucher durch geeignete Maßnahmen zu einem „sanften“ Umgang mit der Natur anleiten. Die saarländischen Ranger haben ihre Stützpunkte in den großen Schutzgebieten im Saarland und sind somit vor allem im Saar-Bliesgau, am Wolferskopf, im „Urwald vor den Toren der Stadt bei Saarbrücken sowie an der Ill als Mittler zwischen Natur und Mensch unterwegs. In dieser Funktion bieten sie auch Führungen für Einzelpersonen und Gruppen an. Träger der Naturwacht ist die Naturlandstiftung Saar. Finanziert wird sie durch das Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr, die Zweckverbände Illrenaturierung, Wolferskopf, Saar-Bliesgau/Auf der Lohe sowie der Naturlandstiftung Saar und der Naturland Ökoflächen-Management GmbH. Ein stattlicher Beitrag zur Anschaffung der Erstausstattung wurde von der Saarland-Sporttoto GmbH geleistet. Das fachliche Konzept wurde vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) entwickelt. |
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