|
Die „Täler der Ill und ihre Nebenbäche“ |
||||
|
Er hat zwei richtig große Nagezähne, einen platten Schwanz und dazwischen ein dickes, dichtes Fell, ist putzmunter und kommt freundlich daher. Und er kommt in unseren Breiten nicht eben häufig vor. Nein, das legendäre Fabelwesen aus dem Pfälzerwald, der „Elwetritsch“, ist es nicht. Es handelt sich um den natürlichsten aller „Holzfäller“, den Biber. Ausgestorben war der putzige Geselle in unserer Gegend schon seit langem, der Mensch hatte ihm zu sehr zugesetzt. Ambitionierte Mitglieder des NABU hatten sich zum Ziel gesetzt, im Bereich der Ill und ihrer Nebenbäche wieder einen naturnahen Zustand herzustellen. Im Verlauf des Projektes entstand dann die Idee, den Biber hierzulande wieder anzusiedeln. Dazu wurde sein künftiger Lebensraum den Bedürfnissen eines Bibers angepasst. Ein hoch ambitioniertes, längerfristiges Projekt sorgte für die notwendigen Umfeldbedingungen: unter dem Namen „Gewässerrandstreifenprojekt Ill“ wurde ein Naturschutzgebiet im Illtal entwickelt, das mittlerweile aus einer über 1000 Hektar großen Auenlandschaft, Feuchtgebieten und einem über 130 km langen Gewässersystem besteht. Hinter diesen Zahlen steckt jahrelange Klein- und Feinarbeit, die das Gebiet zwischen Ill und Alsbach zu einem vitalen Auen-Ökosystem und einem herrlichen Stück Wasserwildnis werden ließ. Dann konnte der Biber kommen. Und er kam. 1998 wurden die ersten Biber ausgewildert und fanden sofort Gefallen an ihrer neuen Heimat. Inzwischen hat sich die Population bestens vermehrt und sich auch schon Nachbarräume erschlossen. Um all dies schaffen zu können, wurden Kräfte gebündelt und im Jahr 1990 ein „Zweckverband Illrenaturierung“ gegründet. In dem Verband schlossen sich die Gemeinden Eppelborn, Illingen, Marpingen, Merchweiler sowie die Naturlandstiftung Saar zusammen. Der Zweckverband fungierte als Projektträger des „Gewässerrandstreifenprogrammes Ill“. Mittlerweile hat er seine zentrale Anlaufstelle im Schullandheim "Biberburg Berschweiler". |
|
|||
|
Worum ging es dem Zweckverband im Einzelnen? • Verbesserung der Gewässergüte u. a. durch den Bau neuer Kläranlagen • Wiederherstellung der biologischen Durchgängigkeit der Gewässer, u. a. durch Rückbau von Wehren in den Gewässern • Erhaltung einer gewässertypischen Dynamik, z.B. Belassung von Totholz im Gewässer • Retention und Wiedervernässung u. a. durch Beseitigung von Drainagen in Bachauen • Extensivierung und Ausmagerung u. a. durch Grünlandwirtschaft ohne Düngung. Wie wichtig dieses Großprojekt bewertet wurde, zeigt das finanzielle Engagement der Umweltministerien von Bund und Land. Dreiviertel der Gesamtkosten in Höhe von 17,5 Mio. € (bis 2004) wurden vom Bundesumweltministerium getragen, das saarländische Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr beteiligte sich mit 15 % und der Zweckverband übernahm 10 % der Kosten. Die „Naturwacht Saarland“ sorgt mit ihrem Ranger Henning Schwartz vor Ort für die Betreuung dieses einzigartigen Naturschutzgebietes. Und er vermittelt interessierten Besuchern ein wunderbares Naturerlebnis - wenn man Glück hat mit einem der natürlichsten. |
||||