Der Bliesgau

„Reservat“? Als Karl-May-Fan vermutet man erst einmal einen Indianerstamm hinter diesem Wort. Aber nicht nur für Indianer wurden Reservate eingerichtet, auch für die Natur wurden Gebiete „reserviert“, in denen sie sich ohne Eingriffe von außen in einem geschützten Rahmen entwickeln kann. Das hätte auch Karl May gut gefallen.

Die UNESCO weist weltweit „Biosphärenreservate“ im Rahmen des Programms „Mensch und Biosphäre“ zum Schutz typischer Landschaften aus. Dabei geht es in erster Linie um den Schutz von Kulturlandschaften, die von Menschen geschaffen wurden und erst in zweiter Linie um Natur- oder Landschaftsschutz.

Im Süd-Osten des Saarlandes liegt der Saarpfalz-Kreis und darin das „Biosphärenreservat Bliesgau“. Dort werden von der Naturwacht Saarland die Naturschutzgebiete und FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitate), die von europaweiter Relevanz sind, betreut. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt liegt in der Betreuung  des Naturschutzgebietes  „Südlicher Bliesgau /Auf der Lohe“ mit einer Gesamtfläche von  1.575 ha. Es besteht größtenteils aus Kalk-Halbtrockenrasen. Eine Menge seltener Falter, der „Rote Milan“ als der einheimische König der Lüfte und vielfältige Orchideenarten fühlen sich hier wohl.

Eine Besonderheit ist mit dem „Biosphärenreservat Bliesgau“ verbunden. Während andere Biosphärenreservate dünn besiedelt sind, ist der Bliesgau einerseits ländlich geprägt, besitzt aber andererseits im nördlichen Bereich mit St. Ingbert städtische Strukturen von überdurchschnittlicher Bevölkerungsdichte. Hier geht man -weltweit einzigartig- eine gemeinsame Weiterentwicklung aller Lebensbereiche an, die alle Aspekte des Lebens (Wirtschaft, Arbeit, Freizeit, Ökologie, urbanes und ländliches Leben, Bürgerengagement) in einen ausgewogenen Einklang miteinander bringen soll.


Salbei-Glatthafer Wiese im Bliesgau


Badstube bei Mimbach


Schlüsselblumen Wiese im Bliesgau


Umgebung von Reinheim

Finden Sie das gut? Dann arbeiten Sie doch einfach mit, gemeinsam mit der Naturwacht Saarland. Als ehrenamtlicher Mitarbeiter bringen Sie Ihre Erfahrung und Ihre Kenntnisse in das Projekt mit ein. Wenden Sie sich einfach an Herrn Frank Grütz, den Leiter der Naturwacht Saarland. Er wird gemeinsam mit Ihnen mögliche Aufgabenfelder finden und dabei Ihre persönlichen Interessensgebiete und Ihre zeitliche Verfügbarkeit berücksichtigen.

Im Naturwacht-Stützpunkt Kulturlandschaftszentrum "Haus Lochfeld" kann man sich umfassend über die einzelnen Schutzgebiete informieren. Geführte Wanderungen zu den unterschiedlichen Jahreszeiten verdeutlichen das Naturgeschehen. Ebenso bietet die Naturwacht längerfristige und einmalige Projekte mit Schulklassen an.